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Umbau in den 60ern - Vom Naturbad zum modernen Freibad

 

 

Sprung ins kühle Nass als Lohn für harte Arbeit
Gut 30 Jahre nach der Eröffnung genügte das Waldbad nicht mehr den Anforderungen der Zeit und den Ansprüchen der Gäste. Deshalb wurde damals beschlossen, das Waldbad im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes , kurz NAW, umzubauen und neu zu gestalten. Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken wurden betoniert und ein massives Haus mit Toiletten und Umkleidekabinen errichtet. Im oberen Stockwerk des Gebäudes baute man die Bademeisterwohnung.
Der damalige Bürgermeister Rolf Kehl konnte sich auf viele tüchtige Helfer stützen. Federführend waren besonders Fritz Störmer und Norbert Weiß tätig. Noch heute sind einige der damaligen Aktiven des Waldbadbaus ehrenamtlich für die Erhaltung und den Betrieb des Bades  tätig. So Herbert Weiß, als Vorsitzender des Waldbadvereins oder Falko Haub, der bei notwendigen Baumaßnahmen tatkräftig und fachkundig mitwirkt. Unzählige Aufbaustunden leistete damals auch der Sportlehrer Horst Schneider, er ist heute eines der ältesten Vereinsmitglieder.

Treffpunkt für die Jugend
Am 28. Juli 1963 wurde das neue Bad mit einem großen Fest feierlich eröffnet. Dicht gedrängt und erwartungsfroh standen Schulkinder rings um den Beckenrand. Groß war die Freude, als sie endlich auf Kommando ins Wasser springen konnten. Es gab ein Kurkonzert, sportlichen Wettstreit im Schwimmbecken und humoristischen Einlagen. Außerdem fanden die Ortsmeisterschaften im Schwimmen statt.
Seitdem herrschte reger Badebetrieb und für Bademeister Gerd Wolff gab es viel zu tun. Im Sommer 1964 wurde der neu errichtete Sprungturm feierlich seiner Bestimmung übergeben. Eine Gruppe Turmspringer erfreute die unzähligen Badegäste mit lustigen Sprungeinlagen. Danach eroberten viele der mutige Springer den Turm.
Das Waldbad war nun im Sommer Treffpunkt vieler Einwohner, vor allem aber der Kinder und Jugendlichen von Goldlauter-Heidersbach. Nach der Schule ging es ins Schwimmbad. Auch die Lauterer und Suhler kamen. Das war eine Zeit! So manche Liebe entstand und mutige Jungen zeigten sich mit Kunstsprüngen vom 3-Meter Brett. Bei den Wasserratten waren die Haare oftmals vom Chlor grün gefärbt, dafür brauchte man keinen Friseur…
Geduld zeigte der langjährige Bademeister Gerd Wolff für die Kinder, die Schwimmen lernen wollten. Alljährlich fand in den Sommerferien ein Schwimmlager statt. Das Essen wurde von den Frauen der Schulküche der POS „Reinhold Kleinlein“ ins Bad gebracht. Das erste Schwimmlager leitete der damalige Sportlehrer Kurt Frannek. Am Ende des Sommers konnten die Kinder das Schwimmabzeichen in Gold-, Silber oder Bronze (Schwimmstufe 1,2 oder 3) erwerben und stolz in den Händen halten. So verbesserte mancher Schüler seine Sportnote. Nichtschwimmer gab es kaum.
Die Arbeiten auf dem Badgelände gingen währenddessen weiter. Die Bademeisterwohnung wurde fertig gestellt und konnte von Gerd Wolff und seiner Familie bezogen werden.

Reger Badebetrieb
Pünktlich vor der Saisoneröffnung Mitte Mai 1969 hatten freiwillige Aufbauhelfer die Grünanlagen neu gestaltet und auch einen Kiosk errichtet. Anfang Juni wurden bereits 700 Badegäste gezählt. Reger Badebetrieb herrschte in den Jahren immer, selbst bei Wassertemperaturen von 15-16°.

Das und noch vieles mehr sind Erinnerungen, die vielen unvergessen sind. Auch deshalb kommen Badefreunde aus dieser Generation immer wieder gern in das Waldbad.

 


Die Bewohner leisteten in den 60ern freiwillige Aufbaustunden fürs Bad.


Haus, Sprungturm, Kiosk - im Waldbad wurde ständig gebaut.

Autor: Regina Krumbholz, Quelle:  AG Chronik Goldlauter