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Historie - Vom Teich am Waldrand zum Naturbad mit Turm

 

 

An heißen Tagen wie diesen suchen wieder viele Abkühlung im Waldbad in Goldlauter Heidersbach. Doch wie ist dieses Kleinod überhaupt entstanden? Dieser Frage, die sich mancher Besucher des Waldbades vielleicht schon gestellt hat, sind die Mitglieder des Schwimmbadvereines und der AG Chronik nachgegangen.

Nutzung der Gewässer
Man versetze sich gedanklich  mindestens 100 Jahre zurück. Wie heute sprudelte manch klare Quelle in der herrlichen Landschaft rund um Suhl und Bäche flossen die Berge hinunter durch Wiesen und Täler. Die meisten Wiesenbesitzer nutzten diesen Wasserreichtum.  Aus früheren   Zeiten gab es im Pfanntal Teiche, in denen Wasser zum Flößen aufgestaut wurde. In der Heidersbacher Flur waren hingegen Teiche aus den Zeiten des Wäschebleichens  zu finden und im Pochwerksgrund aus längst vergangenen Bergbauzeiten.

Umbau zum Naturbad
Auf so mancher Wiese befand sich in früheren Zeiten also ein Teich. Einige von diesen Gewässern  wurden nicht nur für die Fischerei, sondern auch zum Baden genutzt. Regelmäßig trafen sich meist  junge Leute zum Badevergnügen am Teich im Pfanntal, in der Schopfe und am Silberbrunnen.
Der Heidersbacher Bürgermeister Reinhold Kleinlein, der von 1925-1930 im Amt war und später von den Nazis inhaftiert wurde und an den Folgen der Haft verstarb, setzte sich seinerzeit maßgeblich für den Bau eines Schwimmbades im Ort ein. Der auf knapp 630 Meter Höhe gelegene Teich am Silberbrunnen in Heidersbach wurde daraufhin umgebaut, womit der Grundstein für das heutige Waldbad gelegt wurde. Um das Jahr 1928 wurde es schließlich eröffnet. Das Naturbad am Waldrand war von einem Zaun umgeben und der bisherige Teich mit Holzbohlen eingefasst. In der Mitte der Wasserfläche befand sich eine Reihe geschälter Baumstämme, die den Schwimmer- vom Nichtschwimmerbereich trennten. „So mancher hat sich hier am Stamm festgehalten und das Schwimmen gelernt“,-  berichtet eine Zeitzeugin. Weiterhin gab es ein Holzpodium mit einem drei Meter hohen hölzernen Sprungturm, der sich großer Beliebtheit erfreute. Aus Brettern waren zudem zwei größere Umkleidekabinen gezimmert, je eine für Männer und eine für die Frauen.

 


Gäste des Waldbads um 1930

Autor: Regina Krumbholz




Das Schwimmbad war für die Einwohner ein beliebtes Fotomotiv.
Quelle:  AG Chronik Goldlauter